You Rock! Nina Egli

An dieser Stelle stellen wir regelmässig Menschen vor, die uns in irgendeiner Weise berührt haben. Weil sie Aussergewöhnliches leisten, mit ihren Ideen die Welt bereichern oder wir sie einfach wunderbar finden. 

Nina Egli, Modedesignerin und Gründerin von «Family Affairs»

Wie sieht deine Morgen-Routine aus?
Meine Morning Rituals fangen dank meines fast Dreijährigen früh an! Eine Zeit lang habe ich mich schwer getan mit dieser super frühen Aufstehzeit aber dann habe ich gemerkt, dass ich dafür umso mehr meditieren kann, bevor der Tag wirklich erwacht. Mein starker Assam Tee mit Milch gehört immer dazu, ich nehme den losen Tee und ein Teesieb auch auf jede Reise mit. Gleichzeitig beginne ich dann mit der täglichen Morgenmeditation «Aquarian Sadhana» von Yogi Bhajan an – das kann über eine Stunde gehen oder auch mal nur 15 Minuten, was gerade passt. Die Morgenmeditation brauche ich für gute Energie und Power für den Rest des Tages. Mein Kleiner spielt während dieser Zeit neben mir und manchmal bin ich seine Autobahn oder ein Turnturm. Ich liebe diese Zeit am Morgen. 
Die Designerin Nina Egli in Paris
Die Designerin Nina Egli in einer ihrer Lieblingsstädte: Paris. Foto: Laetitia Chocqueuse


Wie bist du Designerin geworden?

Aus reinem Zufall. 2001 machte ich gerade die Schauspielausbildung an der Lee Strasberg in New York, hatte kein Geld und durfte nicht einmal in einem Café arbeiten, weil ich kein Visum hatte. Dann habe ich mit einem Freund zusammen angefangen Schmuck zu machen, wir haben mit Charm Bracelets mit Pistolen angefangen. Wir waren super unerfahren, gleichzeitig aber voller Drive. Diese Kombination hat uns geholfen: Schon bald waren wir in super Geschäften in NY. Später haben sich unsere Wege getrennt, ich habe als «Toujours Toi» weitergearbeitet und sieben Jahre später kam dann «Family Affairs» Mode in Kollaboration mit meiner Mama dazu.

Welche Hürden musstest du auf diesem Weg überwinden?
Der Cashflow! Um überhaupt eine Kollektion zu realisieren, muss man immer viel investieren – bei den Kleidern natürlich viel mehr als bei Schmuck! Weitere Hürden sind Produktionsprobleme – super deprimierend! Wenn etwas zu klein ausfällt oder mit grosser Verspätungen geliefert wird! Produktion und Cashflow sind die zwei grössten Hindernisse. Dafür sind die Kundinnen das Allerbeste. Ich bin hellbegeistert von meinen fantastischen Kundinnen!
Mode von Family Affairs, Nina Egli
Café-Geschichten, die sich in Designs verwandeln: «French Breakfast Shirt» aus der aktuellen Kollektion.


Was inspiriert dich für deine Arbeit?
Reisen, Sonne und Cafés – am liebsten alles gleichzeitg. Es inspiriert mich, wenn ich mit einer meiner Playlists (die ich für verschiedenen Städte mache) durch eine sonnige Metropole spaziere. Oder wenn ich etwa in Paris in einem leicht schrägen Café sitze, am liebsten am Morgen, mit einem Kaffee und meinem Notizbuch – das ich immer dabei habe. Dann werde ich am liebsten unsichtbar und träume vor mich hin, beobachte und sauge Inspiration auf. Ich liebe Menschen und ich liebe das Leben und wenn ich so eintauchen kann, dann lese ich aus der Luft Geschichten ab, die sich dann in Designs verwandeln.

Wo und wie entspannst du am liebsten? Wie stellst du ab?
«Mermaid Style» immer mit einem Bad. Wenn mein Kleiner eingeschlafen ist, lasse ich oft als erstes ein Bad ein, gebe viel Meersalz rein (reinigt Energien plus liebe ich Salzwasser auf meiner Haut), dazu ein paar Essential Oils – diese ziehe aus einer Box wie Tarotkarten. Dann gebe ich eventuell noch ein paar Hexenkräuter ins Bad und mein «Therapie-Spa» ist bereit. Danach fühle ich mich sehr schnell regeneriert. 

Hast du ein persönliches «Magic Tool»?
All the things! Ich habe ganz viele Magic Tools, meine Kleidung, meine Gesichtsöle (ich habe gerade zwei magische Gesichtsöle kreiert: Venus und Victory), fantastische Edelsteinfreunde und Geschenke meiner Liebsten. Mein liebster Edelsteinladen befindet sich übrigens in Mumbai und heisst Rockstar. Magic Tools sind meine Spezialität und gleichzeitig das was ich mit meinen Kleidern und Schmuck kreieren möchte: Magic Tools für den Alltag und für aussergewöhnlich Momente. Beschützer, Veredler und Verehrer.

Hattest du schon übersinnliche Erlebnisse? 
Ja, ich denke viele aber ich finde es so normal, dass mir jetzt nichts Spezielles in den Sinn kommt. Was ich wirklich als Übersinnlich empfinde, ist wie uns unsere liebsten Menschen plötzlich wie aus dem Himmel fallen: Wir steigen in den richtigen Zug ein und plötzlich trifft man einen neuen Lieblingsmenschen. Es ist für mich unglaublich, wie wir uns alle finden.

Wo siehst du dich in 10 Jahren? 
Viel am reisen, verliebt und in der Arbeit vertieft in einer lebendigen Stadt, umgeben von Farben, gutem Essen und besten Freunden.

Eine der eindrücklichsten Reisen, die du gemacht hast? 
Immer Indien. Indien habe ich auf meine liebste Art kennengelernt, in dem ich dort für die Produktion arbeiten ging. Ich tauche gern, so gut es geht, in ein Land und die Kultur ein. Das Mittagessen im Büro war immer das Beste. Essen ist so wichtig, so aufwendig und so zelebriert in Indien – ich liebe das! Die Leute aus dem Produktionsbüro hatten so Freude, dass ich alles gern hatte und haben mir viel Selbstgekochtes mitgenommen. Kein anders Land berührt und verändert mich so stark – ohne dass ich dafür in ein Retreat muss. Ich kann einfach meiner Arbeit nachgehen, was für mich sowieso mein grösstes Learning Tool ist. Ich liebe Astrogeografie und ich habe herausgefunden, dass ich in Delhi, wo ich auch produziere, auf meiner Venuslinie bin: Das ist super, um durch meine Produkte Schönheit und Liebe zu vermitteln. 

Was tust du, wenn Mercury retrograde ist und sich gefühlsmässig das ganze Universum gegen dich gestellt hat?
Mercury retrograde lasse ich für mich arbeiten: Ich erledige dann endlich meine Steuern, entstaube mein Büchergestell und räume aus. Ich liebe den Mercury retrograde ein wenig, er erinnert mich daran, dass ich mal die Papiere sortieren und back-office-work leisten muss. Als «Moon in Virgo»-Mensch tut mir das nämlich sehr gut auch wenn ich es nicht sooo gern mache. Aber klar, wenn alles Stricke reissen und die Technik streikt, dann nervt auch mich Mercury Retrograde. Dann helfen nur noch Café, Gespräche mit Freundinnen und ein Meersalz-Bad.

Mehr Infos unter: lovefamilyaffairs.com oder @familyaffairs_by_nina_egli